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Fette

Fette sind spezielle Schmierstoffe, die dort zum Einsatz kommen, wo eine Ölschmierung nicht möglich oder nicht sinnvoll ist. Sie bestehen aus einem Grundöl, das mit einem Verdicker gebunden wird, sodass das Öl an der Schmierstelle haften bleibt. So schützt ein Fett zuverlässig vor Reibung, Verschleiß und äußeren Einflüssen wie Feuchtigkeit und…

Fette

Ein Schmierfett kommt dann zum Einsatz, wenn aus konstruktiven Gründen keine Ölschmierung möglich ist oder eine Kühlfunktion nicht erforderlich ist. Diese Schmierstoffart besteht aus einem Grundöl, das durch einen Verdicker, meistens eine Seife, gebunden wird.  Dadurch bleibt der Schmierstoff zuverlässig an der Schmierstelle haften, wo er einen langanhaltenden Schutz vor Reibung und Verschleiß bietet und gleichzeitig die Schmierstelle vor äußeren Einflüssen wie Feuchtigkeit und Schmutzpartikeln schützt.

Einsatzbereiche und Gebinde von Schmierfetten

Ein Schmierfett eignet sich besonders für Anwendungen in Wälz- und Gleitlagern, Spindeln, Armaturen, Dichtungen, Führungen sowie Getrieben. Moderne Schmierstoffe bieten eine hohe Vielseitigkeit - sowohl für Standard- als auch für Spezialanwendungen wie z.B. unter extremen Temperaturbedingungen oder bei hohen mechanischen Belastungen.

Schmierfette sind in unterschiedlichen Gebinden erhältlich, etwa in Kartuschen, Tuben, Dosen oder Hobbocks. Die unterschiedlichen Gebinde ermöglichen eine einfache, saubere und präzise Anwendung – besonders wichtig für Wartung und Nachschmierung in der Industrie.

Kenndaten von Schmierfetten

Die Eigenschaften eines Schmierfetts werden maßgeblich durch die Auswahl des Grundöls und des Verdickers sowie der Additive bestimmt. Diese Kombination beeinflusst die Leistung und Eignung des Produkts. Sie ermöglicht die betriebssichere Schmierung in Wälz- oder Gleitlagern,  die z.B. Wasser, Feuchtigkeit oder hohen Belastungen ausgesetzt sind.

Ein gut abgestimmtes Produkt sorgt für optimale Schmierung – selbst unter anspruchsvollen Betriebsbedingungen.

Kenndaten Norm Beschreibung
Grundölviskosität DIN 51561 Gibt die Zähflüssigkeit (= Viskosität) des Grundöls an. Sie beeinflusst, wie gut das Fett unter verschiedenen Temperaturen fließt und die Schmierstelle erreicht.
Tropfpunkt DIN ISO 2176 Gibt die maximale Temperatur an, bis zu der der Verdicker das Grundöl halten kann.
Einsatztemperatur    DIN 51805
DIN 51821/2
(Wälzlager)
Der Temperaturbereich, in dem das Schmierfett seine optimale Leistung erbringt. Zu hoch oder zu niedrig führt zu einer verminderten Schmierwirkung.
Drehzahlkennwert
(DN-Wert)

 

 

Definiert, bis zu welcher Drehzahl das Schmierfett seine volle Wirksamkeit beibehält, ohne seine Schmierfähigkeit zu verlieren.
Konsistenz DIN ISO 2137 Beschreibt die Festigkeit des Schmierfetts und beeinflusst, ob es sich für spezifische Anwendungen wie Lager, Pumpen oder Getriebe eignet.
NLGI-Klasse DIN 51818 Klassifiziert das Fett nach seiner Konsistenz. Die Skala reicht von sehr weich (Klasse 000) bis sehr fest (Klasse 6).
VKA-Test DIN 51350 (Four-Ball-Wear-Test) misst die Verschleißfestigkeit eines Schmierfettes, indem es die Belastung und den Verschleiß an vier Stahlkugeln simuliert.

Aufbau von Fetten

Im Unterschied zu Ölen enthalten Schmierfette einen Verdicker, der für die feste Struktur und die besonderen Leistungsmerkmale verantwortlich ist.

 Verdicker (Seife)

Einsatztemperatur [°C]
Mineralöl

Einsatztemperatur [°C]
Syntheseöl
Tropfpunkt [°C] Wasserbeständigkeit Lastaufnahmevermögen 
 Calzium -30 -> +50  n.a.  <100

++

 Lithium -35 -> +120 -60 -> +160  170/200

+

-

 Al-Komplex -30 -> +140 -60 -> +160  >230

+

-

 Ba-Komplex -25 -> +140 -60 -> +160  >220

++

++ 

 Ca-Komplex -30 -> +140 -60 -> +160  >190

++

++

 Li-Komplex -40 -> +140 -60 -> +160 >220

+

-

 Bentonit -40 -> +140 -60 -> +180  ohne

+

-

 Polyharnstoff -30 -> +160 -40 -> +160  250

+

-

Verträglichkeit von Fetten

Neben der Verträglichkeit der Grundöle muss beim Wechsel von Fetten die Mischbarkeit der Verdicker beachtet werden. Eine Unverträglichkeit hat negativen Einfluss auf die Leistung des Schmierfettes.

  Ca-Seife Cax-Seife Li-Seife Lix-Seife Li / Ca-
Seife
Na-Seife Bentonit Bax-Seife Alx-Seife Polyharnstoff
Ca-Seife    
Cax-Seife    
Li-Seife    
Lix-Seife      
Li / Ca-Seife    
Na-Seife            
Bentonit    
Bax-Seife  ■
Alx-Seife            
Polyharnstoff  

■ mischbar

Fette zur Langzeitschmierung bei kritischen Betriebsbedingungen

Konsistenz eines Schmierfettes

Die Konsistenz beschreibt die Festigkeit des Fettes und wird gemäß DIN ISO 2137 durch die Eindringtiefe eines genormten Kegels ermittelt. Diese Eigenschaft entscheidet darüber, ob ein Fett für Anwendungen wie Gleitlager, Pumpen oder Getriebe oder für eine bestimmte Applikationmethode geeignet ist.

Klassifizierung von Fetten

Aufgrund der verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten und unterschiedlichen Zusammensetzungen werden Schmierfette gemäß der DIN 51 502 in verschiedene Klassen eingeteilt und in der Verwendbarkeit, Konsistenzklassen (NLGI) und Einsatztemperaturen beschrieben.

 

Einteilung von Fetten nach NLGI

Schmierfette werden nach NLGI-Klassen (DIN 51 818) von sehr weich (Klasse 000) bis sehr fest (Klasse 6) eingeteilt. Standardfette entsprechen zumeist der Klasse 2. Die Unterteilung erfolgt nach der Messung der Konsistenz nach IS0 2137.

NLGI-Klasse Walkpenetration
[mm /10]
Getriebeschmierung Gleitlager Wälzlager Wasserpumpen Blockfette
000 445 – 475        
00 400 – 430        
0 355 – 385        
1 310 – 340    
2 265 – 295      
3 220 – 250      
4 175 – 205      
5 130 – 160        
6  85 – 115
Ruhpenetration
         ■

Bezeichnung und Einteilung von Schmierfetten nach DIN 51 502

Zusätzlich erfolgt eine Einteilung nach DIN 51 502, die Informationen zu Schmierfettarten, Temperaturbereichen, Konsistenzklassen (NLGI) und spezifischen Einsatzmöglichkeiten liefert. Diese Klassifizierungen helfen bei der Auswahl des passenden Produkts für das jeweilige Lager. Ist die Kennzeichnung nach DIN 51 502 bei Standardschmierfetten ausreichend genau, so gibt es bei den Spezialschmierfetten nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten, sie nach DIN 51 502 zu kennzeichnen.

 

Schmierfette vs. Öle – Unterschiede und Vorteile

Der Hauptunterschied zwischen Schmierstoffen wie Fette und Ölen liegt im Verdicker und damit auch im Anwendungsbereich. Schmierfette bleiben durch den Verdicker fest an Ort und Stelle, was sie ideal für Anwendungen mit langer Schmierwirkung – wie in geschlossenen Lagern oder Getrieben – macht. Öle hingegen bieten eine bessere Kühlleistung, bleiben aber ohne entsprechendes Gehäuse nicht an der Schmierstelle.

Dank ihrer stabilen Struktur verhindern Schmierfette den Verlust des Schmierfilms aus der Schmierstelle und bieten gleichzeitig Schutz bei hoher Feuchtigkeit oder Verunreinigungen. Das eingesetzte Grundöl beeinflusst direkt die Viskosität, Temperaturbeständigkeit und Belastbarkeit des Schmierstoffs – ein zentraler Aspekt bei der Auswahl des richtigen Produkts.

Hitze- und Kältebeständigkeit von Schmierfetten

Die Leistung von Schmierfetten hängt maßgeblich von ihrer Beständigkeit gegenüber extremen Temperaturen ab. Ob bei hohen oder sehr niedrigen Temperaturen – das richtige Schmierfett sorgt für eine zuverlässige Schmierung und schützt Maschinen vor Schäden.

Schmierfette für hohe Temperaturen
Für Anwendungen, bei denen die Schmierstelle dauerhaft hohen thermischen Belastungen ausgesetzt ist werden Hochtemperaturfette verwendet. Diese Fette bieten:

  • Hitzestabile Grundöle und Verdicker, die ein Schmelzen oder Verflüchtigen des Fettes verhindern
  • Zuverlässigen Schutz des Lagers unter extremen Temperaturbedingungen
  • Eine lange Lebensdauer und hohe Leistungsfähigkeit in anspruchsvollen Industriebereichen

Schmierfette für niedrige Temperaturen
In sehr kalten Umgebungen, etwa bei Temperaturen unter -40 °C, müssen Schmierfette ebenfalls ihre Funktion erfüllen. Diese speziellen Fette:

  • Bleiben auch bei extremen, niedrigen Temperaturen geschmeidig
  • Verwenden synthetische Öle mit niedriger Viskosität für bessere Kaltfließeigenschaften
  • Enthalten Additive, die ihre Schmierwirkung auch bei tiefen Temperaturen aufrechterhalten

 

FAQS

 

Welche Viskosität hat Schmierfett?

Das Fett selbst hat keine Viskosität, Fette haben eine Konsistenz. Die Fließfähigkeit des Grundöls wird mit der Viskosität beschrieben. Je nach Anwendung kann das Grundöl eine niedrige oder hohe Viskosität aufweisen, was den Geschwindigkeitsbereich, die Temperatureigenschaften und das Lastaufnahmevermögen beeinflusst.

 

Welche Arten von Schmierfetten gibt es?

Schmierfette werden basierend auf ihrem Verdicker (Seife) unterschieden. Beispiele sind Lithium, Calcium, Aluminiumkomplex und Polyharnstoff. Jede Fettart bietet spezifische Vorteile wie eine bessere Wasserbeständigkeit, höhere Hitzebeständigkeit oder verbesserte Lastaufnahmefähigkeiten. Diese Eigenschaften hängen oft vom verwendeten Grundöl ab, das entscheidend für die Leistung und Zuverlässigkeit des Schmierstoffs ist.

 

Wann sollte Schmierfett verwendet werden?

Schmierfett wird dann verwendet, wenn eine Ölschmierung aus konstruktiven Gründen nicht möglich ist oder eine Kühlfunktion nicht erforderlich ist. Es eignet sich hervorragend für geschlossene Lager, bei denen der Schmierstoff an Ort und Stelle bleiben muss, sowie für Maschinenbauteile, die Witterungseinflüssen wie Wasser oder Schmutz ausgesetzt sind.

 

Welche Gebinde gibt es für Schmierfette?

Schmierfette sind in verschiedenen Gebinden erhältlich, darunter Dosen, Eimer, Kartuschen und Fässer. Die Wahl des Gebindes richtet sich nach der benötigten Menge und der Art der Anwendung, wobei Kartuschen eine präzise Dosierung ermöglichen.

 

Was ist der Unterschied zwischen Schmierfetten und Schmierölen?

Der Hauptunterschied liegt im Aufbau. Schmierfette enthalten einen Verdicker, der das Grundöl zu einer pastösen Masse bindet, während Schmieröle rein flüssig sind. Fette bleiben an der Schmierstelle haften und bieten langanhaltenden Schutz, während Öle besser für Anwendungen geeignet sind, bei denen eine Kühlfunktion benötigt wird.

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