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Pasten

Pasten sind hochbelastbare Spezialschmierstoffe mit einem besonders hohen Anteil an Festschmierstoffen. Sie kommen überall dort zum Einsatz, wo herkömmliche Öle oder Fette an ihre Grenzen stoßen – etwa bei Schraubverbindungen, Presssitzmontagen oder thermisch hoch beanspruchten Bauteilen.

Pasten zur leichten Montage und Demontage

Pasten sind hochbelastbare Spezialschmierstoffe mit einem besonders hohen Anteil an Festschmierstoffen. Sie kommen überall dort zum Einsatz, wo herkömmliche Öle oder Fette an ihre Grenzen stoßen – etwa bei Schraubverbindungen, Presssitzmontagen oder thermisch hoch beanspruchten Bauteilen.

Schmierpasten für leichte Montage und Demontage

Schmierpasten setzen sich aus einem Grundöl, Festschmierstoffen, Verdickern und Additiven zusammen. Im Vergleich zu klassischen Schmierfetten verfügen sie über einen deutlich höheren Feststoffanteil – und sind dadurch bestens geeignet für Anwendungen unter extremem Druck, hohen Temperaturen oder in aggressiven Umgebungen.

Ihre spezielle Zusammensetzung ermöglicht eine effektive Schmier- und Trennwirkung. Typische Einsatzbereiche reichen von Schraub- und Pressverbindungen bis hin zu Zahnrädern oder Führungen mit hohen Flächenpressungen.

Kenndaten von Schmierpasten

Schmierpasten müssen unter extremen Bedingungen zuverlässig funktionieren – etwa bei hohem Druck, Temperaturschwankungen oder starker Reibbeanspruchung. Um ihre Leistungsfähigkeit objektiv zu beurteilen, werden sie nach standardisierten Prüfverfahren bewertet. Wichtige Kenndaten sind dabei der Press-Fit-Test zur Beurteilung des Einpressverhaltens, die Gewindereibzahl zur Bestimmung des Reibwiderstands in Schraubverbindungen, das Losbrechmoment zur Bewertung der Schraubensicherheit sowie der zulässige Einsatztemperaturbereich, der die thermische Belastbarkeit der Paste definiert.

Einen Überblick über diese Prüfmethoden und Normen finden Sie in der folgenden Tabelle.

 Kenndaten  Norm  Beschreibung
 Press-Fit-Test   Gibt Aufschluss über die Schmierwirkung von Pasten bei sehr hohem Druck und geringer Gleitgeschwindigkeit (relevant für Montagepasten)
 Gewindereibzahl  DIN EN ISO 16047 Auf einem Schraubenprüfstand wird die Reibzahl µ beim Anziehen von Schrauben und Muttern ermittelt (relevant bei Schraubenpasten)
 Losbrechmoment

 DIN 267-27

Verhältnis des benötigten Losbrechmoments beim Lösen der Schraubverbindung zum Anzugsmoment
 Einsatztemperatur  

Schmierung: Öl und Festschmierstoffe sind wirksam
Trennung: Nach Abdampfen des Öles Trennwirkung durch Festschmierstoffe

Aufbau von Schmierpasten

Schmierpasten sind Hochleistungsschmierstoffe mit einem Aufbau, der dem von Fetten ähnlich ist. Im Unterschied dazu enthalten sie jedoch einen deutlich höheren Anteil an Festschmierstoffen. Dieser hohe Feststoffanteil ist charakteristisch für Montagepasten, die ausschließlich eine Schmierwirkung bieten, ebenso wie für Schraubenpasten, die zusätzlich eine trennende Wirkung entfalten.

Schmierpasten setzen sich zusammen aus einer sorgfältig abgestimmten Kombination aus Grundöl, Festschmierstoffen, Verdickern und Additiven – wobei jede dieser Komponenten gezielt zur Erreichung der gewünschten Schmiereigenschaften beiträgt.

Das Grundöl:

ist die Basisflüssigkeit der Schmierpaste und kann mineralisch, synthetisch oder biologisch abbaubar sein,

dient als Träger für die Festschmierstoffe und Additive,

sorgt für die grundlegende Schmierfähigkeit und beeinflusst die Viskosität und Fließeigenschaften der Paste.

Festschmierstoffe:

sind feste Partikel wie Graphit, Molybdändisulfid (MoS2) oder Polytetrafluorethylen (PTFE), die in der Schmierpaste suspendiert sind,

machen typischerweise 20% bis 70% des Gesamtvolumens aus,

verbessern die Schmierfähigkeit unter extremen Bedingungen, reduzieren Reibung und Verschleiß und erhöhen die Belastbarkeit der Paste.

Verdicker:

sind Substanzen, die die Konsistenz der Paste beeinflussen. Sie können Seifen, Polymere oder andere Verdickungsmittel sein,

helfen, die Schmierpaste in einer halbfesten Form zu halten, was die Anwendung und Haftung auf den zu schmierenden Oberflächen erleichtert,

beeinflussen die Struktur und Stabilität der Paste.

Additive:

sind chemische Verbindungen, die in geringen Mengen zugesetzt werden, um bestimmte Eigenschaften der Paste zu verbessern,

können verschiedene Funktionen haben, wie z.B. die Verbesserung der Oxidationsbeständigkeit, Korrosionsschutz, Verschleißschutz und extreme Druckbeständigkeit (EP-Additive),

können auch die Haftfähigkeit und Wasserbeständigkeit der Schmierpaste verbessern.

Durch die Kombination dieser Komponenten können Schmierpasten maßgeschneidert werden, um den Anforderungen verschiedener tribologischer Anwendungen gerecht zu werden.

 

Anwendungsbereiche von Schmierpasten

Schmierpasten kommen in einer Vielzahl von industriellen und mechanischen Anwendungen zum Einsatz, wo sie aufgrund ihrer einzigartigen Eigenschaften besonders effektiv sind. Ihr Anwendungsbereich wird dabei wesentlich vom enthaltenen Festschmierstoff bestimmt.

 Festschmierstoff

Maximale Einsatztemperatur [°C]  Anwendungsgebiet
 PTFE  < 300 Montage, Medieneinfluss

 MoS2

 < 450 Montage, Aufpressvorgänge
 Aluminium  < 1100 Hochtemperaturverschraubungen
 Kupfer  < 1100 Hochtemperaturverschraubungen,
"Anti-Seize"-Paste, el. Leitfähgikeit
 Nickel  < 1400 Höchsttemperaturverschraubungen
 "Oxide" Keramik  < 1400 Höchsttemperaturverschraubungen, Edelstahlverschraubungen

 

Einer der Hauptanwendungsbereiche ist die Schmierung von Gleitflächen oder -lagern, die in vielen Maschinen und Fahrzeugen zu finden sind. Diese sind oft extremen Belastungen ausgesetzt. Schmierpasten bieten hier eine zuverlässige und langanhaltende Schmierung, die den Verschleiß minimiert und die Lebensdauer der Komponenten verlängert.

Ein weiterer wichtiger Einsatzbereich ist die Schmierung von Zahnrädern und Achsen. In diesen Anwendungen sind Schmierpasten besonders nützlich, da sie auch bei hohen Temperaturen und unter schweren Lasten wirksam bleiben. Sie füllen die Mikrorauheiten auf den Oberflächen aus und verbessern so die Gleiteigenschaften, was zu einem reibungsärmeren und effizienteren Betrieb führt.

Zusätzlich werden Schmierpasten in feinmechanischen Geräten eingesetzt, wo eine präzise und langfristige Schmierung erforderlich ist. Diese Geräte, die oft in der Medizin-, Labor- und Messtechnik zu finden sind, profitieren von der Lebensdauerschmierung, die Schmierpasten bieten. Dies reduziert die Notwendigkeit häufiger Wartungen und erhöht die Zuverlässigkeit der Geräte.

Kugelgelenke, die in vielen mechanischen und strukturellen Anwendungen verwendet werden, sind ein weiterer typischer Einsatzbereich für Schmierpasten. Diese Gelenke müssen oft unter extremen Bedingungen funktionieren, und Schmierpasten bieten den notwendigen Schutz gegen Verschleiß und Korrosion, um eine lange Lebensdauer und zuverlässige Leistung zu gewährleisten.

Schließlich werden Schmierpasten auch in der Montage von Komponenten verwendet, wo sie als Montagepasten bezeichnet werden. Sie erleichtern das Zusammenfügen von Teilen, indem sie die Reibung reduzieren und so den Montageprozess vereinfachen. Dies ist besonders nützlich in der Automobil- und Maschinenbauindustrie, wo präzise und effiziente Montageverfahren entscheidend sind. Spezielle Montagepasten schützen zudem effektiv vor Tribokorrosion und ermöglichen eine anschließende zerstörungsfreie Demontage.

Insgesamt sind Schmierpasten aufgrund ihrer vielseitigen Einsatzmöglichkeiten und ihrer Fähigkeit, unter extremen Bedingungen zu funktionieren, ein unverzichtbarer Bestandteil in vielen industriellen und mechanischen Anwendungen.

 

 

FAQs:

Was ist eine Schmierpaste?

Eine Schmierpaste ist ein hochwirksamer Spezialschmierstoff, der neben einem Grundöl einen hohen Anteil an Festschmierstoffen enthält. Sie wird eingesetzt, um bei extremen Belastungen und langsamen Geschwindigkeiten eine zuverlässige Schmier-, Trenn- und Korrosionsschutzwirkung zu gewährleisten – etwa bei Schraubverbindungen oder Presssitzen.

Was sind die Hauptbestandteile einer Schmierpaste?

Schmierpasten bestehen in der Regel aus vier Komponenten: einem Grundöl, Festschmierstoffen, einem Verdicker und speziellen Additiven. Jede dieser Komponenten erfüllt eine bestimmte Funktion – etwa Schmierung, Trennwirkung, Haftung oder Schutz vor Korrosion.

Welche Eigenschaften haben Schmierpasten?

Schmierpasten bieten eine hohe Druck- und Temperaturbeständigkeit, hervorragende Schmier- und Trennwirkung sowie zuverlässigen Korrosionsschutz. Durch ihren hohen Feststoffanteil haften sie gut auf Metalloberflächen und wirken auch bei langsamen Bewegungen oder hohen Flächenpressungen zuverlässig.

Wo werden Schmierpasten eingesetzt?

Schmierpasten kommen überall dort zum Einsatz, wo Bauteile hohen mechanischen Belastungen, langsamen Geschwindigkeiten oder extremen Bedingungen ausgesetzt sind. Typische Anwendungen sind Schraubverbindungen, Presssitzmontagen, Zahnräder, Führungen und Gleitflächen – vor allem in der Montage, Instandhaltung und im Maschinenbau.

Welche Vorteile bieten Schmierpasten gegenüber anderen Schmierstoffen?

Schmierpasten bieten durch ihren hohen Feststoffanteil eine besonders zuverlässige Schmier- und Trennwirkung, selbst unter extremen Bedingungen wie hohen Temperaturen, Druck oder aggressiven Medien. Im Vergleich zu Ölen oder Fetten sind sie beständiger, haften besser an der Kontaktfläche und bieten zusätzlich einen effektiven Korrosionsschutz.

Was ist der Unterschied zwischen Schmierpaste, Schmieröl und Schmierfett?

Schmieröle sind flüssig und gut für bewegliche Teile, benötigen aber unter Umständen eine entsprechend abgedichtete Schmierstelle (z.B. Getriebegehäuse). Schmierfette erhalten durch einen Verdicker eine Konsistenz und bleiben so ohne entsprechende Abdichtung an der Schmierstelle. Schmierpasten ähneln Fetten, enthalten aber mehr Festschmierstoffe und sind dadurch besonders widerstandsfähig gegen Druck, Temperatur und Verschleiß – ideal für Montage- und Schraubverbindungen.

 

 

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