Unter Gleitlacken versteht man Festschmierstoffe (meist MoS2, Graphit oder PTFE), die in einen organischen oder anorganischen Binder eingelagert sind. Für die Verteilung des Gleitlacks wird ein Lösemittel beigemischt, das während der Aushärte- oder Trocknungszeit verdunstet. Nach einer gründlichen Vorbereitung der Oberfläche erfolgt die Beschichtung durch Tauchen, Spritzen oder Streichen.
Die trockene Gleitlackschicht ist zwischen 10 und 20 μm dick. Sie widersteht hohen Druckbelastungen und extremen Temperaturen, nimmt keine Verschmutzung an und zeichnet sich durch eine sehr hohe chemische Beständigkeit und eine hervorragende Langzeitschmierleistung aus.
Gleitlacke werden in vielen Bereichen der Technik eingesetzt, z.B. bei Muttern, Schrauben, Bolzen, Scheiben, Federn, Dichtringen, Zahnrädern, Gleitführungen und Gewindespindeln.
Gegenüber den klassischen Schmierstoffen zeichnen sich Gleitlacke aus durch
- Trockenschmierung ohne Öl und Fett
- Saubere Schmierung ohne Schmutzanhaftung
- Sehr geringe Reibwerte erreichbar
- Hohe Temperaturbelastbarkeit
- Keine Verdampfungsverluste
- Einsatz im Vakuum möglich
- Chemisch-Physikalische Stabilität
- Wirksamkeit auch bei geringen Gleitgeschwindigkeiten
- Langzeit- und Lebensdauerschmierung
- Hohe Wirtschaftlichkeit

